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Archive for September 2008

Immer wenn ich gefragt werde, warum sich meine Diplomarbeit verzögert (hat), sage ich dass ich auf Daten wart. Die meisten sind dann zu höflich nachzufragen und die, die nachfragen, sehen nach meiner Antwort auch nicht viel schlauer aus. Hier ein in Ruhe ausformulierter Versuch einer Erklärung.

Die Daten bestehen aus Sets von jeweils einer Suchbildmarke und allen Bildmarken, die von Biber gefunden werden sollen, wenn nach dieser Suchbildmarke gesucht wird. Notwendig sind diese Sets, um die von mir zu implementierenden Algorithmen zu evaluieren. Ich vergleiche dafür die Ergebnislisten von Biber mit den Solllisten. Und da ich kein Experte auf dem Gebiet der Bildmarkenrecherche bin, soll ich diese Listen eigentlich von einer Firma geliefert bekommen, die mit Bildmarkenrecherche ihr Geld verdient. Das hat aber bisher nicht geklappt. Und da ich ohne die Listen keine Aussagen über die Effektivität der verschiedenen Algorithmen machen, was die Diplomarbeit am Ende doch stark entwerten würde, warte ich noch bis alle Daten zusammen sind.

Geplant ist die Anmeldung meiner Diplomarbeit erstmal für den 15. Oktober.

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RSS!?

Da manche an scheinend noch nicht im Internetzeitalter angekommen sind ich mehrmals nach RSS gefragt worden bin, poste ich hier ein Video „RSS in verständlichem Deutsch“:

Link: RSS in verständlichem Deutsch

Falls ihr keine Onlinedienste benutzen wollt, überprüft am Besten ob euer Internetbrowser oder euer E-Mailclient Rss unterstützt.  Einfach den Namen der Software + Rss in google eingeben. Wobei ich anmerken will, dass besonders bei Firefox mir die Implementierung als dynamische Lesezeichen, als sehr ungeeignet erscheint. Man wird nicht über neue Nachrichten informiert und bei mehr als 10 Nachrichten wird es schnell unübersichtlich. Ich persönliche nutze RSS besonders bei Seiten, die nur unregelmäßig neue Inhalte veröffentlichen. Bei spon.de bin ich sowieso täglich. … und ich will jetzt keine Grundsatzdiskussionen über spon!

Ludwig

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Was macht eigentlich Biber?

Ablauf Biber

Programmablauf von Biber

Ja, was macht eigentlich das Biber-System, wenn es denn mal fertig ist? Hier eine kleine, hoffentlich ausreichend verständliche Schritt-für-Schritt Einführung.

Zuerst wird die Suchbildmarke, die nichts anderes als ein Pixelbild ist, an Biber übergeben. Als zweiten Schritt werden von dem Bild verschiedene Merkmale extrahiert, welche genutzt werden, um Bilder effizient zu beschreiben.

Ein Beispiel für ein Merkmal wäre die Durchschnittsfarbe eines Bildes. Diese Durchschnittsfarbe erlaubt uns ohne viel Aufwand festzustellen, wie (farblich) ähnlich zwei Bildern sind. Würde man alle Pixel der beiden Bilder einzeln betrachten, wäre die Ähnlichkeit deutlich schwieriger zu bestimmen. Der Teil des Programms, der die Durchschnittsfarbe berechnet, nennt man Merkmalsextraktor. Wenn man nun die Farbwerte der Durchschnittsfarbe im RGB als eine Koordinate im 3D Raum betrachtet, wird aus dem Merkmal ein Merkmalsvektor. Diese Herangehensweise hat den Vorteil, dass es nun so möglich ist, die Distanz zwischen zwei Bildern zu berechnen und genaue Aussagen darüber zu treffen, ob Bild A ähnlicher zu Bild B oder zu Bild C ist. Dies nennt man Distanz- bzw. Ähnlichkeitsberechnung.

Weiterhin ist für manche Merkmale eine vorhergehende Segmentierung notwendig, die das Bild in Regionen unterteilt. Im Idealfall entsprechen die gewonnenen Regionen den einzelnen Elementen der Bildmarke.

Zurück zu Biber. Nachdem die Merkmale extrahiert wurden, wird die Datenbank aufgerufen, in der die Merkmale alle eingetragenen Bildmarken enthalten sind. Durch Distanzberechnung wird nun mit der Datenbank für alle Merkmale jeweils eine Liste mit ähnlichen Bildmarken erstellt. Diese Listen werden dann  gewichtet zu einer Liste vereint und im letzten Schritt dem Nutzer ausgeben.

Das war’s auch schon.

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E-Mails an beschäftigte Leute

Für alle, die sich unsicher sind, wie sie fremde und wahrscheinlich sehr beschäftigte Leute anschreiben, habe ich folgende Tipps gefunden, die ich hier zusammenfasse.

  1. Schreibe kurz und klar.
  2. Schreibe keine inhaltslosen „Hallo wie geht’s Ihnen?“ E-Mails.
  3. Schreibe was du selbst schon versucht hast, um dir zu helfen.
  4. Frage die Person nicht direkt nach Hilfe, sonder frage, ob sie dir jemand empfehlen kann.
  5. Schreibe, dass du es verstehst, wenn die Person dir nicht antwortet.

Ausführliche Besprechung der Ratschläge und Beispiele hier: 5 Tips for E-mailing Busy People

Die meisten Punkte sind selbstverständlich, aber ich habe es so geschafft mehreren Professoren und anderen Wissenschaftlern Antworten zu entlocken.

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Markenamt in Zahlen

Hier ein paar Zahlen aus dem Jahresbericht des DPMA von 2007

Am Jahresende 2007 in Kraft befindliche Marken: 764 472

Eintragungen 2007 gemäß §41 Markengesetz: 54 534

Anzahl der Widersprüche 2007: 7 642

54 534 Neuanmeldungen in einem Jahr, bedeutet für Inhaber einer Marke,  dass man einen Patentanwalt bezahlen muss, jede Woche per Hand mehrere 100 Bildmarken auf Verletzung der angemeldeten Schutzrechte zu überprüfen. Was für eine Verschwendung von Zeit und Geld. Aber ich wette, dies sind sehr gefragte Studentenjobs. Inhaber der meisten eingetragenen Marken sind unsere Freunde von der deutschen Telekom mit 317 Marken und fast doppelt so vielen wie Henkel.

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Heimarbeit

Da ich erst ab 1. Oktober einen Arbeitsplatz beim Fraunhofer kriege, arbeite ich jetzt noch von zuhause aus. So wie ich jetzt einen Überschuss an Komfort genieße, hoffe ich auf mehr Konzentration später beim Fraunhofer. Die übliche Abwägung halt.

Wenn ich also gerade nicht mit den Jungs unterwegs bin, wälze ich mich durch die Literatur und versuche mir eine Übersicht den Stand der Technik zu verschaffen. Ich habe auch schon fast alle Veröffentlichungen, die ich zur inhaltsbasierten Bildmarkenrecherche (engl: content-based trademark logo retrieval) finden konnte, in meine Literaturverwaltung aufgenommen und gelesen. Ein paar Autoren muss ich noch anschreiben, damit sie mir ihre Paper zuschicken. Aber wenn ihr mir die Daumen drückt, klappt das bestimmt. Spätestens wenn ich erste Ergebnisse habe, melde ich mich wieder.

Ludwig

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Warum?

Ja, warum eigentlich dieses und nicht ein anderes Diplomthema?

Damit ein Bildmarke in Deutschland rechtlichen Schutz genießt, muss sie zunächst beim Marken- und Patentamt in München registriert werden. Dort wird überprüft, ob die Bildmarke nicht gegen absolute Schutzhindernisse verstößt. Absolute Schutzhindernisse sind unter Anderem fehlende Unterscheidungskraft oder Verstoß gegen die guten Sitten oder die öffentliche Ordnung.

Das Markenamt überprüft aber nicht, ob gegen relative Schutzhindernisse verstoßen wird, also ob bereits ähnliche oder identische Marken registriert sind. Dies hat zur Folge, dass einerseits der Antragsteller vorher selbstständig klären muss, dass er keine Schutzrechte Dritter verletzt und,  er andererseits nach erfolgreicher Eintragung kontinuierlich überwachen muss, dass keine Markenneuanmeldung seine Rechte verletzt.

Um Verletzungen zu verhindern, wird die angemeldete Marke vom Markenamt nach der internationale Klassifikation der Bildbestandteile von Marken – „Wiener Klassifikation “ – katalogisiert. Dieses hierarchisch aufgebaute System teilt alle Bildbestandteile in 29 Kategorien, 144 Abschnitte, 788 Unterabschnitte und 879 Hilfsabschnitte ein.

Die notwendige Komplexität des Klassifikationsystems wirft aber folgende Probleme auf [Eakins98]:

  • Es ist sehr aufwendig, jede Bildmarke per Hand zu klassifizieren.
  • Verschiedene Menschen könnten identische Bildmarken unterschiedlich klassifizieren.
  • Menschen fällt es schwer Bildmarken mit abstrakten Inhalten zu klassifizieren.

Als Beispiel hier die Kategorie „24 Wappen, Münzen, Embleme, Symbole“ mit Abschnitt „Kreuze“

24.13 Kreuze
24.13.1 Griechisches Kreuz, Andreaskreuz
24.13.2 Lateinisches Kreuz, T-Kreuz
24.13.3 Lothringer Kreuz, Papstkreuz
24.13.4 Malteser Kreuz
24.13.5 Kreuze, aus Inschriften gebildet
24.13.25 Andere Kreuze
Hilfsunterabschnitte von Abschnitt 24.13
A 24.13.9 Kreuze aus sich überschneidenden Linien
A 24.13.13 Kreuze, die eine Inschrift enthalten
A 24.13.14 Kreuze, von einer Inschrift begleitet
A 24.13.17 Kreuze, die einen Bildbestandteil enthalten
A 24.13.21 Kreuze mit Strahlen oder strahlenförmigen Linien
A 24.13.22 Kreuze innerhalb eines Kreises oder eines Polygons
A 24.13.23 Kreuze innerhalb eines Quadrates oder Rechtecks
A 24.13.24 Kreuze innerhalb eines anderen Bildbestandteils

Das Ziel meiner Diplomarbeit ist es nun Verfahren zu entwickeln, um diese Prozesse (teilweise) zu automatisieren. Am Ende soll eine Software stehen, die anhand einer Suchbildmarke alle wahrnehmungspsychologisch ähnlichen Bildmarken findet.

Quellen:

http://www.dpma.de

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